Die "Regenbogenbrücke" kommt aus dem Germanischen und ist ein wichtiges Glied in der altnordischen Mythologie.
Sie hiess im heidnischen Glauben "Bifrost"
("die schwankende Himmelsstraße" oder "der nur kurz zu sehende Regenbogen")
und ist der Regenbogen, der in der Vorstellung der Germanen eine gewaltige Brücke bildete,
um Asgard, die "Götterwohnung" mit Midgard, der Menschenwelt ("Welt der Riesen", "Mittelwelt") zu verbinden.
Midgard ist der von den Menschen bewohnte Teil der Welt zwischen Götterhimmel und Totenreich.
Die Regenbogenbrücke Bifrost wurde vom Gott Heimdall bewacht,
der bei der Götterdämmerung die Asen warnte
(die Asen waren neben den halbgöttischen Wanen eine der zwei großen Götterfamilien der altnordischen Mythologie,
oberster Ase waren Odin und seine Söhne Thor und Balder)
und sie zum Kampfe aufrief.
Beim Weltuntergang ("Ragnarö") stürzte die Regenbogenbrücke ein und die Menschen waren für immer von den Göttern getrennt.
Warum nun ausgerechnet unsere Tiere bei ihrem Tode über die Regenbogenbrücke gehen,
läßt sich vielleicht auf einen weiteren wichtigen Teil der nordischen Mythologie zurückführen:
Die Welten der Götter und Menschen wurden getragen von Yggdrasil, der Weltesche und heiligster Baum der Germanen.
Seine Zweige breiteten sich über Himmel und Erde aus.
Um diesen Baum herum lebten die Tiere und erfüllten ihre weltlichen Aufgaben.
Die Guten Tiere genauso wie die schlechten.
So saß auf der Spitze der Weltesche ein Adler, der die Welt beobachtete,
und ein Habicht thronte zwischen des Adlers Augen als Wettermacher.
Die Schlange Nidhoeggr (der "Neiddrache", Urbegriff des Bösen, sie überlebte den Weltuntergang
und trieb in der neuen Welt weiter ihr Unwesen - Parallele zur Schlange im Paradies...?)
nagte an den Wurzeln der Weltesche,
während zwischen ihm und dem Adler das Eichhörnchen Ratatoeskr hin und her lief,
dem jeweils anderen erzählte, was der andere gesagt hatte
und so Zwist und Unfrieden stifete.
Ratatoeskr war somit das Symbol für die immer wiederkehrenden Feinseligkeiten
auf der Erde.
(Dieses Tun verursachte das Welken der Weltesche und leitete so die Götterdämmerung ein,
die schließlich zum Weltuntergang führte.)
Eine Parallele findet man im altchristlichen Glauben:
Die Tiere scharen sich um den in den Himmel ragenden Lebensbaum, der Erde und Himmel verbindet,
um die guten Seelen nach dem Tod der Menschen ins ewige Jenseits zu tragen.